„Demokratie leben!“: Zwölf Projekte werden unterstützt


Die Diakonie in Südwestfalen und die Universitätsstadt Siegen machen sich auch in diesem Jahr wieder stark für ein friedliches Miteinander der Kulturen. Im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie Siegen, die vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt wird, werden ein Dutzend Projekte gefördert. Über die Verteilung der insgesamt 38 000 Euro entschied nun der lokale Begleitausschuss. Dieser wählte zwölf Aktionen aus, die nun zu 100 Prozent finanziert werden.

„Mädchen (in) Siegen“: so lautet der Titel des Projektes, das die Sozialen Dienste der Diakonie in Südwestfalen anbieten. Hier wird der Mädchengruppe des Jugendtreffs am Fischbacherberg die Möglichkeit geboten, sich mit Themen wie Geschlechtergerechtigkeit, Religion, oder Migrationserfahrungen auseinanderzusetzen. Die Inhalte der Treffen werden dann in die Gestaltung eines Kalenders einfließen.

Das Projekt „Leben in Vielfalt in Siegen – Trägerübergreifende Integrationskonferenz 2019“ wird vom Caritasverband Siegen-Wittgenstein durchgeführt. Die eintägige Veranstaltung bietet Interessierten die Möglichkeit zum Austausch darüber, wie kulturelle Vielfalt den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Zukunft stärken kann.
Der Verein für soziale Arbeit und Kultur Südwestfalen hat den Journalisten Andreas Speith aus Hamburg eingeladen, um einen Vortrag zum Thema „Identitäre Bewegung“ zu gestalten. Daran schließt sich eine Diskussionsrunde an.

Mit dem Projekt „Kampf um die Demokratie“ beteiligt sich die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland. Im Mittelpunkt des Vortrages des Journalisten Olaf Sundermeyer wird die Frage stehen, wie ein weiteres Auseinanderdriften der Gesellschaft verhindert werden kann, um die demokratischen Errungenschaften zu bewahren.

Der Verein deutsch-türkischer Akademiker wird im Rahmen einer Veranstaltungsreihe mit vier Vortragsabenden, zwei Workshops und Begegnungsabenden das Thema „Wir sind im Glauben verschieden – doch wir reden miteinander (Viele Wege führen zu Gott)“ in den Mittelpunkt stellen. Die jüdischen, christlichen und islamischen Inhalte, die bereits im Vorjahr behandelt wurden, sollen vertieft werden. Die Begegnungsabende sind in erster Linie als Möglichkeiten der Zusammenführung von Familien aus unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten konzipiert. Unterstützung erhält auch das Projekt „Türen öffnen – sich begegnen“ des AWO-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein/Olpe. Im Rahmen eines Graffitiworkshops sollen Themen wie „Vielfalt ist bunt“, „respektvoller Umgang“ oder „Miteinander statt gegeneinander“ aufgegriffen werden. Entstehen sollen Exponate in Türgröße, die nach dem Aktionstag in verschiedenen Siegener Einrichtungen einen Platz finden. So wird symbolisiert, dass hinter diesen Türen Menschen arbeiten, die offen sind, auf andere Menschen zuzugehen.

In Kooperation mit der Pestalozzischule Siegen führt das Katholische Jugendwerk Förderband Siegen-Wittgenstein die Aktion „Perspektivwechsel – die Welt mit anderen Augen sehen“ durch. In Zusammenarbeit von Mitarbeitenden des Jugendwerks und einer Gruppe von Jugendlichen mit den Förderschwerpunkten Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung werden Themen wie der Umgang mit gewalttätigen und rassistischen Tendenzen, Kultur, Religion und Toleranz bearbeitet.
Die Kurdische Gemeinde Siegen plant eine Reihe, in deren Rahmen es in monatlichen Veranstaltungen um folgende Themen gehen soll: Kultur, Austausch über das Leben in der neuen Heimat, das Miteinander verschiedener Kulturen in Deutschland, Gesundheits- und Schulsystem in Deutschland und Trauma/Traumatisierung. Ziel des Projektes ist es unter anderem, die Integration von Migranten zu fördern.

„Vereinte Nationen gegen Israel – Wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert“: so lautet der Titel des Projektes der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland. Der freie Publizist Alex Feuerherdt aus Köln ist dabei zu Gast.
Der „Träger Stelle Chiare“, Förderverein der italienischen Kultur, bietet Interessierten in monatlichen Begegnungen Gelegenheit zum Kommunikationstraining oder auch gemeinsamer Freizeitgestaltung. Unter dem Motto „Gemeinsam integrieren“ sollen Brücken gebaut und der Austausch von Sprache, Kultur und Tradition ermöglicht werden.

„Kulturen Küche“: zu diesem Thema lädt die „Gemeinnützige Qualifizierungs- und Weiterbildungsgesellschaft“ des Heimatvereins Achenbach Interessierte sowie besonders die Grundschulkinder aus den Stadtteilen Heidenberg und Fischbacherberg auf eine Wanderung mit anschließendem Grillen und zu einem Adventfest ein. Im Rahmen dieser Veranstaltungen soll insbesondere die Vernetzung der Stadtteile gefördert werden.
Das Projekt der „Türkisch Islamischen Gemeinde zu Siegen“ fand bereits statt. Mit einem „Runden Tisch der Religionen Siegen gegen Rassismus“ wurden Passanten auf der Siegbrücke auf „Demokratie leben!“ aufmerksam gemacht.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen gibt es im Internet unter demokratie-leben-siegen.de oder bei der externen Koordinierungs- und Fachstelle Diakonie Soziale Dienste an der Friedrichstraße 27 in Siegen, Telefon 0271/5003101.

Veröffentlicht am Montag 25. März 2019 um 13:37 unter
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